Checker-FAQs – Klima – Moore – Anpassung

Moore wachsen durch die Bildung von Torf. Dabei nimmt die Mächtigkeit der Torfschicht im Durchschnitt lediglich etwa 1 Millimeter pro Jahr zu, wobei die tatsächliche Wachstumsrate je nach Standortbedingungen variieren kann.

  • Torf entsteht aus abgestorbenen Pflanzen, die sich in sehr nassen Mooren ansammeln und dort nur unvollständig zersetzt werden. Entscheidend ist, dass der Boden dauerhaft wassergesättigt ist und kaum Sauerstoff enthält. Dadurch können Mikroorganismen die Pflanzenreste nur sehr langsam abbauen.
  • Gleichzeitig wachsen im Moor ständig neue Pflanzen nach, während die abgestorbenen Pflanzenteile darunter erhalten bleiben. Da mehr Pflanzenmaterial gebildet wird, als zersetzt werden kann, lagert sich im Laufe der Zeit immer mehr organisches Material an – und es entsteht Torf.
  • Im Kern ist Torf nichts anderes als gebundenes Kohlendioxid (CO₂) aus der Atmosphäre. Die Pflanzen im Moor nehmen während ihres Wachstums CO₂ durch Photosynthese auf und bauen daraus Biomasse auf. Wird diese Biomasse im Moor konserviert und nicht vollständig zersetzt, bleibt der enthaltene Kohlenstoff langfristig gespeichert – oft über Tausende von Jahren.

Moore speichern CO2, indem sie Torf bilden. Dabei werden pro Jahr etwa 0,7 bis 2,8 Tonnen CO2 pro Hektar gebunden – also etwa 70 bis 280 Gramm pro Quadratmeter.

Die Neubildung von Torf – und damit die Speicherung von CO2 – erfolgt in Mooren extrem langsam. Entscheidend für den Klimaschutz ist daher vor allem der Erhalt des bereits über Jahrtausende aufgebauten Kohlenstoffspeichers. Wird ein Moor entwässert, wird dieser gespeicherte Kohlenstoff durch Zersetzungsprozesse (Mineralisierung) als CO2 freigesetzt – und zwar deutlich schneller, als neues CO2 gebunden werden kann.

Degradierte Moore – also durch Entwässerung und Nutzung geschädigte Moorflächen – setzen in Deutschland jährlich etwa 53 Millionen Tonnen CO2‑Äquivalente frei. Das entspricht rund 7 % der gesamten Treibhausgasemissionen Deutschlands.

Der motorisierte Individualverkehr in Deutschland verursacht jährlich rund 93 Millionen Tonnen CO2‑Äquivalente. Der gesamte Verkehrssektor liegt bei etwa 140 bis 150 Millionen Tonnen CO2‑Äquivalenten pro Jahr (Quelle: Statistisches Bundesamt 2026).

Nein, diese Aussage stimmt so nicht. Degradierte Moore in Deutschland verursachen jährlich etwa 53 Millionen Tonnen CO‑Äquivalente, während der gesamte Verkehrssektor rund 140 bis 150 Millionen Tonnen CO‑Äquivalente pro Jahr ausstößt (Quelle: Statistisches Bundesamt - 2026 - Gesamtrechnung im Überblick).

Moose besitzen mehrere spezielle Anpassungen, um mit Trockenheit umzugehen:

Wasserspeicherung durch spezielle Zellen - Glashaare (v.a. bei Torfmoosen)

  • Torfmoose besitzen sogenannte Hyalinzellen (auch „Glaszellen“) – das sind tote, durchsichtige Zellen, die große Mengen Wasser aufnehmen und speichern können.

Trockenstarre (Wiederbelebung nach Austrocknung)

  • Bei Trockenheit fahren Moose ihren Stoffwechsel stark herunter und fallen in eine Art „Trockenstarre“.
  • Sie sterben dabei nicht ab, sondern können nach erneuter Befeuchtung schnell wieder aktiv werden.

Ja, indirekt. Nach der letzten Eiszeit reichte der damalige Ammersee deutlich weiter nach Süden bis in den Raum Weilheim. In den darauffolgenden Jahrtausenden verlandete dieser große See durch

Sedimentablagerungen und Pflanzenwachstum zunehmend. Auf den ehemaligen flachen Ufer- und Verlandungsbereichen entwickelten sich schließlich Moore und Moorseen, die heute als Überreste dieses ursprünglichen Sees gelten.

Diese zusammenhängende Seenlandschaft wurde früher als „Würmsee“ bezeichnet. Der Name leitet sich vom Fluss Würm ab, der als einziger natürlicher Abfluss dieses Sees diente. Auch die geologische Bezeichnung der „Würm-Eiszeit“ geht auf diesen Namen zurück, da entsprechende Ablagerungen erstmals in dieser Region wissenschaftlich untersucht wurden.

Der Gletscher, der die Region um Weilheim während der letzten Eiszeit überdeckte, war der Isar‑Loisach‑Gletscher. Seine größte Ausdehnung erreichte er vor etwa 20.000 Jahren. Beim Abschmelzen vor rund 15.000 Jahren entstanden daraus die Becken des Ammersees und des Starnberger Sees sowie die Moorlandschaften im Raum Weilheim.

Auch im raum Weilheim lag die Eisdicke in dieser Größenordnung.

Während des Höhepunkts der letzten Eiszeit (Würm-Eizeit) erreichte der Isar‑Loisach‑Gletscher eine Eisdicke von über 1.000 Metern. Auch im Raum Weilheim lag die Mächtigkeit in dieser Größenordnung, sodass die Landschaft von einer mächtigen Eisdecke überprägt wurde.

Während des Höhepunkts der letzten Eiszeit lag der globale Meeresspiegel etwa 120 bis 130 Meter unter dem heutigen Niveau. Grund dafür war, dass enorme Wassermengen in den großen kontinentalen Eisschilden gebunden waren.

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